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Ballaststoff

Von der Chicoréewurzel bis zur Praline – der mild süßliche Ballaststoff Inulin

Inulin aus Chicorée mit Chicoréewurzel, Blüten und Inulinpulver

Inulin – was steckt hinter diesem besonderen Ballaststoff?

Vielleicht hast du Inulin schon einmal auf einer Zutatenliste entdeckt und dich gefragt: Was ist das eigentlich?

Der Name klingt zunächst etwas technisch. Dabei ist Inulin etwas ganz Natürliches: ein pflanzlicher Ballaststoff, der in vielen bekannten Lebensmitteln vorkommt.

Besonders viel davon steckt zum Beispiel in der Chicoréewurzel. Aber auch Topinambur, Artischocken, Zwiebeln und Knoblauch enthalten von Natur aus Inulin.

Pflanzen nutzen Inulin als eine Art Energievorrat, den sie in ihren Wurzeln speichern.

Wie wird Inulin gewonnen?

Das Inulin, das in Lebensmitteln verwendet wird, wird häufig aus der Chicoréewurzel gewonnen.

Dafür werden die Wurzeln zunächst gewaschen und klein geschnitten. Anschließend kommt warmes Wasser hinzu. Dadurch löst sich das Inulin aus der Wurzel und geht ins Wasser über.

Man kann sich das ein wenig wie bei einem Tee vorstellen: Auch dort lösen sich bestimmte Bestandteile der Pflanze im warmen Wasser.

Danach wird die Flüssigkeit gefiltert und gereinigt. Zum Schluss wird das Wasser wieder entzogen.

Übrig bleibt ein feines, helles Pulver.

Inulin wird also nicht erst künstlich hergestellt. Es ist bereits von Natur aus in der Pflanze vorhanden und wird aus ihr gewonnen.

Was passiert mit Inulin in unserem Körper?

Hier wird Inulin besonders interessant.

Viele Kohlenhydrate werden während der Verdauung in kleinere Bestandteile zerlegt und anschließend vom Körper aufgenommen.

Bei Inulin ist das anders.

Unser Dünndarm kann Inulin nicht vollständig verdauen. Deshalb gelangt es weiter bis in den Dickdarm – und trifft dort auf die vielen Bakterien, die natürlicherweise in unserem Darm leben.

Einige dieser Darmbakterien können Inulin als Nahrung nutzen.

Deshalb wird Inulin häufig auch als präbiotischer Ballaststoff bezeichnet. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Es handelt sich um einen Ballaststoff, der bestimmten Darmbakterien als Nahrung dienen kann.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Inulin und seine Wirkung auf unsere Darmbakterien wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht.

Besonders häufig beobachten Forschende dabei eine Zunahme bestimmter Bifidobakterien. Diese Bakterien gehören ganz natürlich zu unserem Darm.

Eine große wissenschaftliche Auswertung fasste beispielsweise 50 Studien mit insgesamt 2.525 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen. Dabei zeigte sich bei der untersuchten Aufnahme von Inulin aus Chicorée eine Zunahme von Bifidobakterien.

Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich mit Inulin aus Chicorée beschäftigt.

Für eine bestimmte Form von Chicorée-Inulin wurde sogar eine gesundheitsbezogene Aussage in der EU zugelassen: Bei einer täglichen Aufnahme von 12 Gramm des entsprechend definierten Chicorée-Inulins kann es durch eine Erhöhung der Stuhlfrequenz zu einer normalen Darmfunktion beitragen.

Dabei ist wichtig: Diese Aussage gilt nur unter den dafür festgelegten Bedingungen und lässt sich nicht automatisch auf jedes Lebensmittel mit Inulin übertragen.

Ist Inulin ein Bitterstoff?

Das könnte man vermuten, denn Chicorée ist schließlich für seinen leicht bitteren Geschmack bekannt.

Inulin selbst ist jedoch kein Bitterstoff.

Die Chicoréepflanze enthält neben Inulin auch andere Stoffe, die für ihren typischen bitteren Geschmack verantwortlich sind. Das Inulin selbst schmeckt dagegen mild und leicht süßlich.

Gerade diese milde Geschmacksnote macht es für uns als Zutat besonders interessant.

Warum verwenden wir Inulin in unseren Pralinen?

Natürlich beschäftigen wir uns nicht nur damit, was eine Zutat auf dem Papier kann. Bei einer Praline zählen vor allem Geschmack und Genuss.

Und hier hat Inulin einige spannende Eigenschaften.

Es bringt Ballaststoffe in unsere Rezeptur und besitzt gleichzeitig eine angenehm milde, leicht süßliche Note. Außerdem kann es dabei helfen, eine weiche und cremige Konsistenz zu erzeugen.

Genau diese Kombination gefällt uns.

Inulin ist für uns deshalb nicht einfach nur eine Zutat, die etwas anderes ersetzen soll. Es hat seine ganz eigenen Eigenschaften und ermöglicht uns, Pralinen auf eine etwas andere Art zu entwickeln.

Und gibt es auch eine Kehrseite?

Auch bei einem natürlichen Ballaststoff gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

Wer normalerweise nur wenige Ballaststoffe isst, kann auf größere Mengen Inulin zunächst empfindlich reagieren. Es kann beispielsweise zu Blähungen oder einem unangenehmen Gefühl im Bauch kommen.

Das liegt unter anderem daran, dass die Darmbakterien das Inulin verarbeiten.

Deshalb betrachten wir Inulin nicht als irgendein „Wundermittel“. Für uns ist es vielmehr ein spannender pflanzlicher Ballaststoff, dessen Eigenschaften wir ganz bewusst in unseren Rezepturen einsetzen.

Von der Chicoréewurzel bis zur Praline

Eigentlich ist es erstaunlich:

Eine unscheinbare Wurzel speichert einen natürlichen Ballaststoff, den die Pflanze selbst als Energievorrat nutzt. Dieser wird mit Wasser aus der Wurzel gewonnen, gereinigt und kann anschließend als Zutat für Lebensmittel verwendet werden.

Und irgendwann findet er seinen Weg in eine kleine Praline.

Genau solche Zutaten faszinieren uns: natürliche Rohstoffe mit besonderen Eigenschaften, aus denen mit viel Sorgfalt etwas richtig Leckeres entstehen kann.

Quellen & weiterführende Informationen
  • Nagy, D. U. et al. (2023): Effect of chicory-derived inulin-type fructans on abundance of Bifidobacterium and on bowel function. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 63(33), 12018–12035.
  • EFSA (2015): Scientific Opinion on native chicory inulin and maintenance of normal defecation by increasing stool frequency. EFSA Journal, 13(1):3951.
  • EU-Verordnung Nr. 432/2012: Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.
Hinweis: Die genannten Studien und Quellen beziehen sich auf Inulin bzw. Chicorée-Inulin allgemein und stellen kein Wirkversprechen für unsere Pralinen dar.

— Elly Momberg